10.12.2008 RSS Feed

Auswirkungen der Finanzkrise auf Schweinehalter?

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Agrarsektor standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Erzeugerrings Münsterland in Ochtrup. Dr. Gerd Wesselmann von der genossenschaftlichen WGZ Bank aus Münster erklärte den Landwirten, dass die Finanzkrise dann für die Betriebe problematisch werde, wenn sie sich zur globalen Wirtschaftskrise entwickele. Schließlich hätten gerade die Schweinebauern in den vergangene zwei Jahren vom florierenden Exportgeschäft profitiert: Ohne den Exportboom wären die Schlachtschweinepreise womöglich deutlich schlechter gewesen. „Deshalb hängt aktuell vieles davon ab, inwieweit sich die Finanzmarktkrise negativ auf die Nachfrage nach Schweinefleisch z.B. in Fernost auswirkt“, so Wesselmann weiter. Langfristig wird die rasch wachsende Bevölkerung in Asien nach Ansicht des Bankers immer mehr höherwertige Lebensmittel konsumieren.

Im Übrigen seien die hiesigen Landwirte gut beraten, ihre Erzeugung noch effizienter zu gestalten und sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Wer seinen Betrieb gezielt weiterentwickeln wolle, habe dazu derzeit womöglich gute Karten bei der Finanzierung. Die Kreditkonditionen für Landwirte seien derzeit so gut wie lange nicht mehr, so Wesselmann. In dieser Hinsicht profitiere die Agrarbranche durchaus von der Unsicherheit in anderen Bereichen.
Dazu komme, dass sich die Kosten-Erlös-Situation in der Ferkelerzeugung allmählich zu drehen scheine: „Natürlich sich noch große Löcher zu stopfen. Aber die Zeiten, um den Kopf völlig in den Sand zu stecken, sind vorbei“, ergänzte Markus Schlüter vom Erzeugerring.


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